Zum vierten Mal Berlin
Berlin, die Vierte. Aber diesmal mit einem ganz anderen Job: Nicht meine eigene Zeit war das Ziel, sondern der allererste Marathon meiner Laufpartnerin. Wir hatten zusammen auf diesen Tag hintrainiert, die Wunschzeit lag bei 3:50 Stunden. Meine Startnummer 59038 hatte ich vorher schon offiziell zur Glückszahl erklärt. 💙
Die Tage davor
Vorher das übliche Programm: Startnummer abholen, über die Expo im alten Flughafen Tempelhof schlendern, ein bisschen Berlin aufsaugen. Und die Vorfreude? Ich zitiere mich selbst: MAN, HAB ICH BOCK!
Am Tag vor dem Rennen lag dann alles bereit. Shirt, Startnummer, Gels, Cap, Socken. Mehr als einmal kontrolliert, natürlich.

Startnummer 59038 ist abgeholt. Meine Glückszahl.

Am Tag vorher: alles liegt bereit.
Mission: erster Marathon
Der Plan: Wunschzeit 3:50. Ich habe aber von Anfang an ein kleines bisschen schneller gepaced. Erstens, weil ich ihr mehr zugetraut habe. Zweitens als Puffer, falls hintenraus die Kraft nachlässt.
Und das hat richtig gut funktioniert. Die offiziellen 5-km-Abschnitte lagen fast alle zwischen 26:19 und 27:12 Minuten. Konstanter geht Pacing kaum. Halbzeit nach 1:52:36, die zweite Hälfte in 1:53:05. 29 Sekunden Unterschied auf 21 Kilometern. 😄 Die einzige Delle laut Uhr: bei Kilometer 26 standen wir gut eine Minute. (Was muss, das muss)
Den Puffer haben wir am Ende nicht gebraucht. Im Gegenteil: Auf den letzten Kilometern haben wir nochmal angezogen. Das Stück von Kilometer 40 ins Ziel lief im 5:09er-Schnitt, also schneller als jeder 5-km-Abschnitt davor. Nach 3:45:41 waren wir gemeinsam im Ziel. Fünf Minuten unter der Wunschzeit. Das hast du richtig gut gemacht. Respekt!!! 🎉
Und die Ergebnisliste zeigt, was gleichmäßiges Pacing in Berlin bringt: Zur Halbzeit stand ich bei den Männern auf Platz 17.615, im Ziel auf Platz 15.392. Über 2.200 Plätze gutgemacht, ohne dass wir schneller geworden sind. Heißt im Umkehrschluss: Um uns herum sind hinten raus richtig viele langsamer geworden.

Mission läuft: zu zweit auf der Strecke.
WE F*CKING MADE IT …
Sebastian

Geschafft: zwei Medaillen vor dem Brandenburger Tor.
Mein Rennen in Zahlen
- Nettozeit: 3:45:41 (5:21 min/km)
- Gesamt: Platz 19.222 von 54.166
- Männer: Platz 15.392 von 35.528
- Altersklasse M40: Platz 2.733 von 5.690
- Erste Hälfte: 1:52:36 (Männer: Platz 17.615)
- Zweite Hälfte: 1:53:05
- Plätze gutgemacht ab Halbzeit: 2.223 (Männerwertung)
- Schnellster Abschnitt: Kilometer 40 bis Ziel, 5:09 min/km
- Höhenmeter laut Uhr: rund 90
Quellen: Ergebnisliste mika:timing, Urkunde, Strava
Nach dem Rennen
Berlin war wie immer wunderbar. So viele bekannte Gesichter, so viel Stimmung. Auf der Heimfahrt im ICE habe ich das Wochenende nochmal Revue passieren lassen. Und mich direkt gefragt: What's next? London? New York? Boston? Tokyo? Chicago?










Wissenswertes zum Berlin-Marathon 2024
- Zur Jubiläumsausgabe hatten sich 58.212 Läuferinnen und Läufer aus 161 Nationen angemeldet, ein Rekord.
- Mit über 54.000 Finisherinnen und Finishern war Berlin 2024 zwischenzeitlich der größte Marathon der Welt, bis New York im November 2024 nachlegte.
- Der Äthiopier Milkesa Mengesha gewann in 2:03:17 Stunden, nur fünf Sekunden vor dem Kenianer Cybrian Kotut (2:03:22).
- Bei den Frauen siegte Tigist Ketema (Äthiopien) in 2:16:42 Stunden. Das ist die drittschnellste Siegerzeit in 50 Jahren Berlin-Marathon.
- Sebastian Hendel lief als bester Deutscher 2:07:33 Stunden und wurde damit zum fünftschnellsten deutschen Marathonläufer aller Zeiten.
- Bei der Premiere am 13. Oktober 1974 kamen 244 von 286 Gemeldeten ins Ziel; Sieger Günter Hallas brauchte 2:44:53 Stunden.
- Am 30. September 1990, drei Tage vor der Wiedervereinigung, führte die Strecke erstmals durch das Brandenburger Tor.
- Am Marathon-Wochenende 2024 wurden 13 Guinness-Weltrekorde versucht, 12 davon aufgestellt oder gebrochen.
Quellen: runnersworld.de, en.wikipedia.org, de.wikipedia.org, guinnessworldrecords.com, berlin.r.mikatiming.com
