Olympische Distanz im Kraichgau
Ende Mai, Bad Schönborn, IRONMAN 5150 Kraichgau. Die Olympische Distanz: 1,5 Kilometer Schwimmen im Hardtsee, 40 Kilometer Rad durch die Kraichgau-Hügel, 10 Kilometer Laufen. Am selben Tag lief nebenan der 70.3 mit Rekordbeteiligung, also Triathlon-Stimmung überall.
Und die Ausgangslage: Leistenbruch, die OP stand nur wenige Tage später an. Mit meinem Arzt war alles abgeklärt, starten durfte ich. Ambitionen hatte ich keine, die Leiste schonen stand ganz oben. Mental hab ich mir damit aber ganz schön viel zugemutet. Das hat sich dann auch gezeigt.
Kopfsache
Schwimmen. Direkt am Anfang wurde ich überschwommen und untergetaucht. Wasser geschluckt, verschluckt, und davon musste ich mich übergeben. Am SUP der DLRG durfte ich mich kurz festhalten, dann bin ich weiter. Kraulen ging nicht mehr: Kopf kurz unter Wasser, und mein Kopf hat zugemacht, die Luft blieb weg. Ich war sehr nah dran an einer Panikattacke. Vielleicht war es auch eine. Ich weiß es nicht.
Mehrfach war ich kurz davor abzubrechen. Aber ich wusste: Wenn ich jetzt beim Schwimmen ein DNF raushaue, ausgerechnet beim Schwimmen, wo ich eh so unsicher bin, dann wird das ein mentaler Blocker für alle kommenden Rennen. Also hab ich mir vorgenommen: Du schwimmst das Ding zu Ende. Auch wenn's mit dem Zeitlimit nicht reicht. Viele Pausen, immer wieder Brustschwimmen, und es war verdammt knapp. Aber nach 47:32 Minuten war ich raus aus dem Hardtsee. Geschafft. Meine Uhr hat dabei übrigens 2,25 Kilometer aufgezeichnet. Kein Wunder bei dem Zickzack. 🙈
Rad. Und dann lief's. Keine Ambitionen, die Leiste schonen, also kontrolliert gefahren. Ohne Probleme, ohne Schmerzen. Laut Uhr ging's zweimal von gut 100 auf rund 275 Meter hoch, 471 Höhenmeter auf knapp 39 Kilometern, allein der Anstieg zum Schindelberg dauerte gut zehn Minuten. Nach 1:21:47 war ich wieder in der Wechselzone.
Laufen. Das hat mir dann ehrlich gesagt keinen Spaß mehr gemacht. Nach der Hälfte hat die Leiste gezwickt, sobald ich schneller wurde. Also sehr langsam durch, an einem schwül-heißen Tag. Zwei Runden à rund 4,5 Kilometer in 27:49 und 27:55 Minuten, nach 59:33 war ich durch und nach 3:23:17 im Ziel.
Nicht sexy, aber geschafft. Und das war sehr wichtig für meinen Kopf.