Spontan statt Berlin
Ende September war gefühlt komplett Läufer-Insta in Berlin. Nur ich nicht. Dieses Jahr kein Startplatz. Also hab ich mich zwei Tage vorher ganz spontan für den Half-Trail beim Trail Marathon Heidelberg angemeldet. 😄
Ganz unbekannt war mir die Strecke nicht. Letztes Jahr bin ich den Half-Trail schon mal gelaufen, damals als Vorbereitung für Berlin und München. Und ich sag's euch: Der war knackig. Hintenraus bin ich fast eingegangen. Diesmal kam ich direkt aus meiner Vorbereitung auf den Ironman 70.3, mit der leisen Hoffnung, dass davon was hängen geblieben ist.

Start und Ziel mitten in der Altstadt, das Schloss schaut zu.
Wade zu, Kopf an
Direkt beim Loslaufen hat meine linke Wade zugemacht. Und zwar so, dass ich eine ganze Zeit lang dachte: Das wird heute mein erster DNF.
Nur kam mit jedem negativen Gedanken auch die Gegenstimme. Und die war lauter. Nach dem ersten Anstieg war's zwar kein bisschen weniger anstrengend, aber die Beine waren warm und die Wade hat Ruhe gegeben. Dieser erste Anstieg hatte es allerdings in sich: Laut Uhr ging's vom Neckar auf gut 120 Metern bis Kilometer 10 hoch auf knapp 560 Meter Richtung Weißer Stein. Über 400 Höhenmeter am Stück, quasi zum Warmwerden.
Danach lief's nach dem immer gleichen Muster: Bergab mache ich unfassbar viele Plätze gut. Bergauf merke ich, dass aus mir nie ein guter Uphill-Läufer wird. Ich musste viel gehen. Die Daten geben mir recht: Mein schnellster Kilometer war ein Downhill in 4:15, der langsamste (ein steiles Stück bei Kilometer 27) dauerte 11:35. 🙈 Dazwischen ein flaches Stück am Neckar entlang, bevor es ab Kilometer 24 nochmal hoch auf gut 360 Meter ging. Und dann endlich wieder runter in die Altstadt.

Die Thingstätte auf dem Heiligenberg: erst Treppe, dann wieder Trail.
Sch**ß drauf! Nicht heute! Ich zieh durch!
Sebastian
Es wurde doch was
Die ganze Zeit lief im Hinterkopf mit: Wie stehe ich im Vergleich zum letzten Jahr? Es hat sich alles so hart angefühlt, dass ich mir sicher war: Das wird nichts. 😬
Wurde es doch. Obwohl die Strecke dieses Jahr rund zwei Kilometer länger war und gut 100 Höhenmeter mehr hatte, war ich gut drei Minuten früher im Ziel. Pro Kilometer im Schnitt etwa 25 Sekunden schneller. Und eingegangen bin ich diesmal auch nicht: Für die letzten gut 16 Kilometer hab ich laut Uhr sogar ein paar Sekunden weniger gebraucht als für die ersten 15. Okay, in denen steckte auch der große Berg.
Und die Ergebnisliste zeigt, wie konstant das war: Bei der Zwischenzeit nach 24,7 Kilometern lag ich auf Platz 121, im Ziel auf Platz 122. In der M40 ging’s sogar noch einen Platz nach vorne, von 17 auf 16.
Mission accomplished. Ich bin happy.
Mein Rennen in Zahlen
- Zielzeit: 3:41:05
- Gesamt: Platz 122 von 280
- Männer: Platz 101 von 218
- Altersklasse M40: Platz 16 von 39
- Zwischenzeit km 24,7: 2:45:01, Platz 121 (M40: 17.)
- Letzter Abschnitt bis ins Ziel: 56:04, Abschnittsplatz 115
- Distanz laut Uhr: 31,4 km
- Höhenmeter laut Uhr: rund 1.300
- Höchster Punkt: knapp 560 m, bei Kilometer 10
- Schnellster Kilometer: 4:15, bergab natürlich
- Langsamster Kilometer: 11:35, bergauf natürlich
Quellen: Ergebnisliste raceresult, Strava


Wissenswertes zum Trail Marathon Heidelberg 2025
- Am 21. September 2025 fand die 13. Auflage des Trail Marathon Heidelberg statt; ausgetragen wird er seit 2013.
- Für den Half-Trail waren rund 340 Läuferinnen und Läufer gemeldet, 280 kamen laut Ergebnisliste ins Ziel.
- Die genauen Eckdaten des Half-Trails schwanken je nach Quelle zwischen rund 30 und 31 Kilometern und 1.300 bis gut 1.400 Höhenmetern. Trail eben.
- Insgesamt lagen rund 1.100 Anmeldungen vor, die meisten (411) für den 20 Kilometer langen Base-Trail.
- Neu war 2025 der 45 Kilometer lange „Heart Core Trail“, der Marathon- und Ultra-Wertung ersetzte. Der Name spielt auf Heidelberg als „Stadt mit Herz“ an.
- Die Half-Trail-Strecke führt über Alte Brücke, Philosophenweg, Thingstätte und Weißen Stein am Schloss vorbei, erspart den Läuferinnen und Läufern aber die berüchtigte Himmelsleiter.
- Die schnellsten Zeiten im Half-Trail: 2:35:40 bei den Männern, 2:44:01 bei den Frauen. Auf dem neuen Heart Core Trail siegten Männer in 3:35:18 und Frauen in 4:20:50 Stunden.
Quellen: trailrunning.de, speyer-kurier.de, trailmarathon-heidelberg.de, hdsports.org, raceresult
